«Tobler goes digital»

 

Eine neue Lieder-Edition des Appenzeller Komponisten

 

Johann Heinrich Tobler



«Ode an Gott» – mit dieser Komposition, auch bekannt unter dem Namen «Appenzeller Landsgemeindelied», ist Johann Heinrich Tobler (1777–1838) «der unnachahmliche grosse Wurf seines Musikerlebens gelungen», schreibt der Musikethnologe und Tobler-Forscher Albrecht  Tunger: «unnachahmlich» in der Werkrezeption, in der Beliebtheit und im Status quo innerhalb des Œuvres. Gelingt es tatsächlich keinem seiner weiteren Liederkompositionen, es mit diesem #1-Hit aufzunehmen? Wie ist es möglich, dem Tobler-Repertoire zu neuer Blüte zu verhelfen? Der Grundstein könnte diese Edition sein.

Im Rahmen eines Transkriptions- und Editionsprojekts verfolgten Studierende des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Bern zwischen November 2020 und Ende Oktober 2021 das Ziel, frischen Wind in das Œuvre zu bringen: Die zahlreichen Gesellschaftslieder und geistlichen Lieder des Appenzeller Komponisten, Dichters, «Volksaufklärers» und Sängervaters sind frühe und wichtige historische Zeugnisse der europäischen Volksgesangsbewegung im 19. Jahrhundert und gehören somit zum kulturellen Erbe der Chorgesangsliteratur der Schweiz. Die Wurzeln der Arbeit bildete die kritische und lebendige Auseinandersetzung mit überliefertem Kulturgut und die qualitative Vermittlung zwischen musikalischem Material und der klingenden Praxis. Durch die Erschliessung und Vermittlung eines Stücks Schweizer Volksmusikgeschichte kommt ein immer wieder überraschender Komponist mit beeindruckender Lebensgeschichte zum Vorschein, dessen eingängige Melodien ein Gefühl von Verbundenheit, Geselligkeit und «Heimat» vermitteln.

Diese Website versammelt unter Werk alle nachgewiesenen 178 Lieder aus 27 Sammlungen in chronologischer Reihenfolge. Unter Filter lässt sich das Werk nach Stimmen, Themen, Druckort/-jahr und Textdichter:innen ordnen und unter Materialien die eine oder andere Trouvaille der Tobler-Rezeption entdecken.

Das Projekt konnte dank folgender grosszügiger Unterstützung realisiert werden:



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TLV 23-07 Des Schweizers Lobgesang

TLV 23-07 Des Schweizers Lobgesang

Ein längeres, vierstimmiges Loblied an das Vaterland für Tenor und Bass. Die Textvorlage stammt von Hermann Krüsi. Das Lied ist in drei Teile gegliedert: Ein Halbchor zu Beginn, ein Chor als Mittelteil und am Ende ein Choral.

TLV 11-02 Wir freuen uns voll Preis und Dank

TLV 11-02 Wir freuen uns voll Preis und Dank

Ein Gedicht über die Reinigung des christlichen Lehrbegriffs von Johann Heinrich Tobler zur Melodie Nr. 92 aus dem Zürcher Kirchengesangbuch. Das Gedicht wurde anlässlich des 300-Jahr-Jubiläums der Reformation im Januar 1819 herausgegeben.

TLV 23-13 Appenzeller Sennenlied

TLV 23-13 Appenzeller Sennenlied

Das 13. Lied in der Sammlung «Zwölf Lieder für vier Männerstimmen (1837)» (TLV 23). Es ist hinten eingebunden und trägt keine Nummerierung. Das Lied ist in G-Dur für Tenor und Bass mit sich wiederholenden Passagen gesetzt. Die Melodieführung ist appenzellischer Kuhreihentradition verpflichtet. Die Textvorlage in Mundart über das Zusammentreiben von Kühen stammt wahrscheinlich von Johann Heinrich Tobler selbst.